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Gespräche mit Blinden und Obdachlosen

Die 2BHMBF unternahm am 28.11.2017 eine Exkursion mit sozialem Schwerpunkt nach Linz. Auf dem Plan standen ein Frühstück mit Blinden und eine Führung von einem/r Obdachlosen durch - „das andere“ - Linz.


Hier ein persönlicher Bericht von einem der teilnehmenden Schüler:


Wir wurden im Blindenzentrum paarweise in einen abgedunkelten Raum geführt, wo das Frühstück bereits aufgedeckt war. Am Anfang hatte ich noch ein mulmiges Gefühl, welches jedoch schnell verflog. Eine große Herausforderung war es, im Dunkeln alle Utensilien zu finden oder den Tee in meine Tasse einzuschenken. Es war jedoch eine tolle Erfahrung, sich in das Leben eines Blinden hineinversetzen zu können. Man merkt, dass man sich auf andere Aspekte als auf den Sehsinn verlassen muss, wie zum Beispiel auf den Gehörsinn.

Am Ende des Frühstücks erzählte uns die blinde Begleiterin noch aus ihrem Leben. Für mich war am erstaunlichsten, dass sie maturiert hat und als blindes Kind Fahrrad fahren konnte.

Am Nachmittag besuchten wir die Redaktion der "Kupfermuckn", wo uns der Gründer und zwei Obdachlose über die Zeitung und das Leben eines Obdachlosen erzählten. Aufgeteilt in zwei Gruppen führten uns die Obdachlosen Claudia und Bertl zu verschiedenen Hilfszentren und schilderten, wie ihr Leben abläuft und wie sie obdachlos wurden.

Ich finde es erstaunlich, wie schnell man in Österreich obdachlos werden kann und wie schwer es ist, wieder in ein normales Leben zurückzufinden. Das für mich Interessante im Gespräch mit unseren Guides war, dass obdachlos werden meistens mit der familiären Situation eng in Verbindung steht, dass viele Obdachlose sich sehr schämen und suizidgefährdet sind, und dass es tausende Obdachlose in Österreich gibt.

Mir hat die Exkursion sehr gefallen, da mir durch den Austausch mit sozial und körperlich beeinträchtigten Personen bewusst geworden ist, dass ein Leben, wie wir es als Schüler führen, nicht selbstverständlich ist.

Florian, 2BHMBF