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Ferialpraktikum im Ausland – HTL Schüler bei Siemens in England

 Im Juli dieses Sommers ging es für uns, Paul Gruber und Stefan Öttl, nach Lincoln, UK, zur Firma Siemens, wo wir unser diesjähriges Praktikum absolvierten. Schon vor der letzten Schulwoche flogen wir nach London Heathrow und fuhren dann mit dem Bus weiter in die ca. 300 km nördlich von London gelegene Stadt Lincoln. Nach einer 5-stündigen Busfahrt kamen wir dann endlich dort an. Unsere Aufregung war sehr groß und wir waren sehr auf unsere Gastfamilie gespannt. Unser Gastvater holte uns vom Bahnhof ab und zeigte uns auch gleich noch die Stadt. Wir mussten uns sehr konzentrieren, um den englischen Dialekt zu verstehen. Die Familie war sehr nett und das Haus lag in einem ruhigen Viertel, ca. 2 km außerhalb des Stadtzentrums.

Am Montag war es dann soweit: Zum ersten Mal betraten wir die Firma Siemens Industrial Turbomachinery LTD. Nach einer Sicherheitsunterweisung hatten wir ein Meeting mit dem Produktionsleiter, der uns anschließend eine Firmenführung gab. Das Firmengelände ist sehr groß und umfasst die gesamte Produktion inklusive Testcenter und Bürogebäude. In den nächsten vier Wochen durften wir dann die ganze Firma erkunden. Wir wurden jede Woche einer anderen Abteilung zugeteilt, um alle Arbeitsschritte und Methoden näher kennen zu lernen. Die Produktion einer Gasturbine ist sehr komplex und viele interessante Fertigungsverfahren werden angewendet. Wir hatten Einblick in:

  • Fertigung der „compressor blades“
  • Fertigung der Welle
  • Fertigung der „turbine blades“
  • Qualitätskontrolle der Blades (Ultraschall, CMM)
  • Zusammenbau der Gasturbinen
  • Ausgleichen der Turbinenwelle
  • High-Speed Test der Turbine
  • Fertigung/Bearbeitung der Gehäuseteile
  • Konstruktion eines „blade“

Für uns war es vor allem sehr interessant, weil wir im Laufe des Monats so ziemlich jedes Fertigungsverfahren gesehen haben, das wir in der Schule gelernt haben, auch die, die als sehr selten und teuer gelten.

Unsere Aufgabe war es nicht, etwas für die Fima zu leisten, so wie das bei österreichischen Praktika der Fall ist, sondern wir bekamen wirklich einen Einblick in alle Bereiche und Abteilungen der Firma. In den letzten 2 Wochen durften wir dann auch teilweise Arbeiten übernehmen, die sonst Angestellte der Firma machen.

Auch wenn das Praktikum mehr aus Zuschauen als Arbeiten bestand, war es doch sehr interessant und wir lernten und erlebten mehr als bei einem herkömmlichen Praktikum, wo  man unter Umständen ein ganzes Monat an derselben Maschine steht.

Langweilig ist uns nie geworden, denn die Arbeiter verstanden sich untereinander sehr gut und waren immer für einen Spaß zu haben. Anfangs war es ein bisschen schwierig, die Arbeiter zu verstehen, aber nach einiger Zeit und Nachfragen war das auch kein Problem mehr.

Neben dem tollen Praktikum in einer internationalen Firma haben wir auch in unserer Freizeit viel unternommen. Wir waren in London, haben uns Manchester angesehen und waren auch am Meer.

Dieses Auslandspraktikum war wirklich eine tolle Erfahrung!

 

Paul Gruber und Stefan Öttl, 4A Klasse der HTL-Ried